Aachener Bärin | Domschatz Aachen

Der Aachener Hof der karolingischen Herrscher spielt in der Ausstellung eine wichtige Rolle: Hier wurde der Plan zur Gründung Corveys gefasst, hier fand ein diplomatischer Austausch mit ganz Europa und darüber hinaus statt – unter anderem mit Byzanz, dem oströmischen Reich. Der Hof war das Zentrum der gelehrten Auseinandersetzung mit der Antike und man verstand sich als das „Neue Rom“ nordwärts der Alpen. Die Bärin ist in diesem Sinne als wichtiges Symbol zu verstehen und so erklärt sich wohl auch, dass sie Ende des 18. Jahrhunderts durch Kunstkommissare Napoleons nach Paris „entführt“ wurde. Dabei wurden ihre vorderen Tatzen beschädigt und später durch Wolfspfoten ersetzt. Damals sah man in ihr also eher die Lupa, die Wölfin die Romulus und Remus säugte, die mythischen Gründer der Stadt Rom. Die Geschichte dieser Bären-Skulptur zeigt beispielhaft, wie jede Zeit das antike Erbe umdeutete und fortschrieb – vom Mittelalter über folgende Generationen bis in die Gegenwart.

Im Zuge der Sonderausstellung „Corvey und das Erbe der Antike. Kaiser, Klöster und Kulturtransfer im Mittelalter“ wurde die Bärin aus Aachen untersucht und erforscht. Teilnehmende Museen und Institutionen waren: das LVR-LandesMuseum Bonn, das Leibniz-Zentrum für Archäologie in Mainz und das Forschungslabor des Deutschen Bergbau-Museums Bochum.


Ausstellungsabteilung: Die Karolinger und die Antike